Volker Schnepel gibt sein Amt als Vorsitzender in andere Hände

Als BHV-Vorsitzender nahm Volker Schnepel (r.) die Siegerehrung bei den traditionellen Rostocker Beach-Handball-Tagen vor.

Als BHV-Vorsitzender nahm Volker Schnepel (r.) die Siegerehrung bei den traditionellen Rostocker Beach-Handball-Tagen vor.

Dritter Bezirkstag des BHV Rostock/MV Nord

ROSTOCK.     Wenn jemand aus einem Amt scheidet, dann ist dies im Guten mit Blumen und Dankesworte verbunden. So auch am heutigen Mittwochabend in der Aula der Hundertwasser-Gesamtschule in Rostock-Lichtenhagen, wenn die Aufgaben im Bezirkshandballverbandes Rostock/MV Nord neu vergeben werden. Bisher war Volker Schnepel der Chef für die Handball-Sportler aus den 15 Vereinen zwischen Barth und Kühlungsborn sowie Laage und Warnemünde. Volker Schnepel ist sich sicher, dass alles, was er in seiner ehrenamtlichen Arbeit mit angestoßen und aufgebaut hat, erfolgreich von seinen Nachfolgern fortgeführt wird.

Seine ersten Handball-Kontakte reichen für den heute 51-Jährigen bis in die Schulzeit zurück und mündeten mit dem Beginn der Lehre zum Tischler in eine Mannschaft bei der TSG Bau Rostock. „Während der Lehrzeit war der frühere Nationalspieler Wolfgang Böhme unser Sportlehrer und auch mein Trainer“, erinnert sich der Familienmensch und Vater einer Tochter. „Ich spielte damals ‚ein bisschen Handball‘, entschied mich aber recht schnell für den Schiedsrichter-Job:“ Mit den Spielregeln und dem Utensil eines Unparteiischen konnte er zunehmend so gut umgehen, dass der „Mann in Schwarz“ es bis 1995 zu zahlreichen Einsätzen bis in die erste Bundesliga der Frauen und auch bei den Männern in der zweiten Bundesliga schaffte. „Doch nach der Abwicklung der Arbeit in den Warnow Holzwerken am Petridamm und mit dem Beginn meiner selbständigen Arbeit mit dem „Textilen Flock und Siebdruck“ im Jahre 1993 wurde die Zeit für die Pfeiferei knapper. Jetzt war ich gemeinsam mit meinem Vater der ein engagierter Akteur im Rostocker Eishockey war, dafür verantwortlich, unsere Familie zu ernähren. Bis 2015 versorgte ‚TFS Schnepel‘ den Sport der Hansestadt und darüber hinaus mit beflockter und bedruckter Spielkleidung und anderem Zubehör. Die Handballer gehörten Kundschaft.“

Zu ihnen hatte der Jungunternehmer auch in der Folgezeit den größten  Kontakt, so ehrenamtlich als Leitungsmitglied beim TSV Grün-Weiß Rostock, der  SG Grün-Weiß/Sport- und Yachtclub und dann auch dem SV Warnemünde. „Ehrenamtliche Arbeit macht irgendwie ja auch bekannt. Schnell war ich zum Gründungsmitglied des Kreishandballbundes Rostock-Stadt und der Vorbereiter der Rostocker Beach-Handball-Tagen gekürt.  Daraus wurde dann Bezirkshandballverband, dessen Vorsitzender ich bis heute bin“, erinnert sich Volker Schnepel. „Wir haben seit der Wende viel Neues geschaffen, hätten sicher auch manches anders machen können und müssen, wenn ich allein an den Leistungshandball in unserer Stadt denke.“ Mit seinem Mentor Klaus-Peter Alm hatte er in den 90-er Jahren einen Unterstützer, der ihn formte und forderte. „Er war und ist auch heute noch ein wichtiger Mensch für mich. Nie wird es hundertprozentige Übereinstimmung bei Entscheidungen in einem Gremium geben, aber es muss immer um die Sache gehen. In diesem Fall war es unser Sport. Führungsqualität, Erfahrung, Fachwissen, Engagement und Loyalität lebte mein Vorgänger vor. All diese Eigenschaften habe ich zunehmend auch mit eingebracht.“

So arbeitet der frühere Holzfachmann bisher auch im Präsidium des HVMV als Vertreter der drei Bezirkshandballverbände des Landes mit. Wenn Volker Schnepel sich jetzt verändert, dann ist es kein Abschied vom Handball. Wenn sein Rat und auch seine Tat gefragt sind, dann wird er weiter helfen.

Mitstreiter über Volker Schnepel als BHV-Vorsitzender

Roman Winter, Vorstand SV Pädagogik: In den vielen Jahren der Zusammenarbeit konnte ich mich auf Volker stets verlassen. Neben seiner Offenheit und Zuverlässigkeit schätze ich an ihm besonders die Beharrlichkeit, mit der er immer wieder und oft auch mit Erfolg versucht hat, die Interessen der Mitgliedsvereine unseres doch eher kleinen BHV Nord in den verschiedensten Gremien des HVMV zu vertreten.

Olaf Meyer, Vorstand Rostocker HC: Ich bedaure, dass Volker seine Tätigkeit als BHV-Chef beendet. In meiner Arbeit als Vereinsvorsitzender habe ich erlebt, dass die Zusammenarbeit mit ihm sicher manchmal von kontroversen Diskussionen geprägt, aber immer konstruktiv und lösungsorientiert war. Er hat den BHV durch seine intensive Arbeit durch die durchaus schweren Jahre geführt und es wird nicht leicht, in seine Fußstapfen zu treten.

Rainer Voß, BHV-Vorstand: Volker stand dem KHB Rostock-Stadt und zuletzt auch 14 Jahre lang und dem Bezirkshandballverband Rostock/MV Nord vor. Er hat wesentlichen Anteil an der Umsetzung der Strukturreform des HVMV im Jahr 2012 mit der Gründung des BHV. Bei allen Prozessen in den Verbänden war Volker präsent und ein verlässlicher Partner.

Tobias Klugmann, BHV-Spielwart: Mit Sympathie und Vertrauen konnte mich Volker vor fünf Jahren überzeugen, die Aufgabe im Vorstandsteam zu übernehmen. Als Kämpfer für den Rostocker Handball ist sein intensives Engagement für klare Strukturen und Ordnungen das Geheimrezept seiner Tätigkeit. Manchmal musste er aber auch gebremst werden.

Text: Klaus-Peter Kudruhs
Foto: Johannes Weber